She Wants Revenge – Markthalle Hamburg 25.06.2012

Das She Wants Revenge die Massen bewegen, hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Aber zu Beginn des Abends eine so leere Hamburger Markthalle vorzufinden, kann einem schon angst machen. Als sich die Pforten gegen 20.00Uhr öffnen, finden sich gerade mal ca. 20 interessierte Besucher ein. Bis zum Beginn der Vorband FAQ soll sich das auch kaum ändern.

Als die Schweizer Formation gegen 21.00Uhr die Bühne betritt, haben sich ca. 40 Besucher in der großen Halle eingefunden. Der Abend scheint ganz kräftig gegen den Baum zu fahren. Da muss ich dann voller Respekt meinen Hut vor den Jungs von FAQ ziehen. Eine so überschaubare Menschenmenge zu unterhalten, als würde da mindestens das zehn bis zwanzigfache an Fans stehen, zeugt von Professionalität. Und so gelingt es ihnen im Laufe des Sets dann auch, das Publikum anzusprechen und zum Ende verdienten Applaus zu ernten.

Nach einer relativ kurzen Umbaupause kommen dann She Wants Revenge um den Abend mit „Red Flags And Long Nights“ den Abend zu eröffnen. Die mittlerweile gut gefüllte Markthalle empfängt die Band aus LA brav mit Applaus aber nicht mehr… Fast schon geisterhaft kommt mir die Stimmung vor. Frontmann Justin Warfield kommuniziert nicht mit dem Publikum und teilweise kommen die Tracks nur runter gespielt rüber. Keine Kalifornische Lebensfreude, keine Emotionen. So wirkt das gesamte Set etwas unterkühlt, was aber wiederum die Stimmung der Tracks unterstreicht.

Selbst die Ironie in den Worten von Bassist Adam Bravin, der die Ruhe zwischen den Tracks und das ausbleibende Ausflippen des Publikums lobt, findet nur schwer sein Ziel. Erst in der zweiten Hälfte des Sets taut das Hamburger Publikum langsam auf. Aber Partystimmung will einfach nicht aufkommen. Musikalisch erstklassig dargebotene neunzehn Stücke können zeugen davon, dass die Band sehr gut zusammen spielt. Aber solange das Publikum ausgegrenzt wird, kann sich Erfolg nicht einstellen.

Die für mich fesselnde Stimme von Justin Warfield  schon fast so perfekt, dass ich mich stellenweise fragen musste, ob er überhaupt live singt. So klar kommt sein Timbre rüber. Seine Mimik war der Musik angemessen kühl bis abweisend und nur selten, wenn er mal die Gitarre für wenige Tracks beiseite stellte, bewegte er sich zur Musik.

Aus dem Abend hätte mehr werden können, wenn alle Faktoren zusammen gepasst hätten. So kann bleibt abschließend nur ein musikalisch Erstklassiger Abend ohne Showcharakter übrig.

Setlist:

  1. Red Flags And Long Nights
  2. Sister
  3. True Romance
  4. Reasons
  5. Little Stars
  6. These Things
  7. Take The World
  8. Broken Promises For Broken Hearts
  9. Sleep
  10. Someone Must Get Hurt
  11. This Is The End
  12. Maybe She’s Right
  13. Disconnect
  14. Written In Blood
  15. Replacement
  16. Love My Way  (The Psychedelic Furs-Cover)
  17. Up In Flames
  18. Out Of Control
  19. Tear You Apart

 

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