Ein Sommerabendmärchen von der Jungfrau von Orléans

Ein lauer Sommerabend in Hamburg, vielleicht einer der letzten in diesem hanseatischen Sommer, der nicht immer zu Open Air-Freuden einlud. Doch am Freitag, dem 2.September 2011 hat der Wettergott ein Erbarmen und lässt alle Wolken um die Hansestadt herum ziehen. Also das beste Wetter, um OMD live im Stadtpark zu sehen. Direkt nach dem Einlass in das noch leere Rund bekommt man einen Einblick, was das einmal schöne Grün dieses Jahr ertragen musste. Von Gras kann bei dem grauen Lehmboden innerhalb des Open Air-Areals keine Rede mehr sein.

Pünktlich um neunzehn Uhr eröffnet die finnische Formation „Zebra and the Snake“ den Abend. Bei dem Anblick der drei Jungs bekommt man es erst mal mit der Angst zu tun. Aber trotz langer Haare und abgeschnittener Jeans machen „Zebra and the Snake“ Eighties-Wave, der mich an die frühen Simple Minds oder an fröhliche Talking Heads erinnert. Natürlich hat man den Auftritt von Mirrors vermisst aber die drei Jungs haben sich redlich bemüht und haben nicht zu Unrecht viel Applaus vom Hamburger Publikum erhalten.

Kurz nach zwanzig Uhr kamen OMD dann auf die Bühne und eröffneten erwartungsgemäß mit „New Babies and new Toys“ den Abend. Andrew McCluskey war sichtlich gut drauf und suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum in den ersten Reihen. Das Zusammenspiel von Andy und Paul Humphreys war sichtlich besser als beim letzten Mal im Hamburger Docks und sie genossen das Bad in der Hamburger Menge.

Musikalisch boten OMD eine Zeitreise durch mehr als dreißig Jahre Singlehits und griffen mit „Radio Waves“ (von Dazzle Ships 1983) und „Statues“ (Organisations 1980) auf Albumtracks zurück. Das neue Aktuelle Album „History of modern“ wurde in der sehr gut gewählten Setlist gleich mit drei Tracks berücksichtigt. Natürlich spulten sie auch Hits wie „Pandoras Box“ oder „Elona Gay“ souverän ab und vergaßen auch „Maid of Orléans“ nicht.

Selten habe ich in den letzten Jahren so ein gutes Konzert gesehen. Es passte alles zusammen: Wetter, die Band und auch das Hamburger Publikum mittleren Alters, dass es wohl auch für OMD zum Genuss machte, nochmal in Hamburg zu spielen.

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