Plug in Baby – Muse, Waldbühne Berlin, 14.07.2013

Muse, Waldbühne Berlin 14.07.2013

Also sagen wir es mal so, eigentlich war für mich persönlich die Messe bereits gelesen, was das „Konzert des Jahres 2013“ angeht. Aber mal wieder hab ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

MUSE luden zur Rock-Oper in die Berliner Waldbühne und haben eigentlich für mich die Messlatte bei ihrem Hamburger Gastspiel im Dezember 2012 unschlagbar hoch angelegt. So war meine Erwartungshaltung eher verhalten, was die Show angeht. Hat man doch im Vorwege gelesen, dass MUSE auf die LED-Pyramide verzichten werden, die sie zur Hallentour haben von der Decken tropfen lassen. Aber alles der Reihe nach…

Der Wettergott hatte nicht gerade das beste Open-Air-Wetter versprochen für diesen Sonntag im Juli. Temperaturen um die zwanzig Grad klangen ganz vielversprechend. Aber regentechnisch klangen die Vorhersagen alles andere als positiv. Also Regenponcho einpacken und ab auf die Bahn in Richtung Bundeshauptstadt. Und Berlin empfing uns mit dem gleichen Grau, mit dem wir die Hansestadt verlassen haben. Leichter Sprühregen lag in der Luft und das Thermometer ging eher unter 20°C.

Das wunderschöne Areal der Waldbühne empfing uns dann glücklicherweise trocken und bereits um kurz nach 16.00Uhr war das rund relativ gut gefüllt. Bewusst haben wir auf Sitzplätze gesetzt, wobei man so ziemlich an jeder Stelle in der Waldbühne eine gute Sicht auf die Bühne hat.

Gegen 18.30Uhr eröffnete dann die schottische Band Biffy Clyro den Abend mit einer geilen Mischung aus Funk, Rock und Punk schafften sie es sehr schnell, das Berliner Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Man merkte schnell, dass der Abend nur gut werden kann, denn Berlin war in Feierlaune. Und Biffy Clyro boten einen guten Einstieg für den Abend. Ganze 14 Tracks umfasste ihre Setlist. Aber gegen 19.50Uhr hieß es dann Abgang für den Hauptact des Abends.

Gegen 20.30Uhr enterten MUSE dann die Bühne und starten im wahrsten Sinne ein Rock-Feuerwerk. Flammen schlugen aus dem Catwalk und aus der Bühne und zu dem verkürzten Intro „The 2nd Law Unsustainable“ kamen dann Matthew Bellamy, Dominic Howard und Christopher Wolstenholme auf die Bühne um gleich mit „Supremacy“ in den Abend ein zu steigen. Und prompt ging es Schlag auf Schlag. „Panic Station“, „Supermassive Black Hole“…

MUSE waren einfach gut drauf. Von Anfang an kamen Bellamy und Wolstenholme immer wieder auf den Catwalk um ein Bad in der Menge zu nehmen. Es machte ihnen sichtlich Spaß und Berlin dankte es ihnen, indem MUSE einfach abgefeiert wurden.

Während MUSE auf ihrer Hallentour auf Lichteffekte und Laser zurück greifen können, muss Open-Air etwas anderes her. Sei es ein Broker, der über die Bühne stolziert und Geld in die Menge wirft, bevor es ihn in der Mitte der Waldbühne zu Boden wirft oder eine Sekretärin, die wild telefonierend am Schreibtisch sitzt, bevor sie sich auf dem Catwalk an einer Zapfsäule ertränkt. Highlight war aber mit Sicherheit der Roboter, der zum zweiten Teil von „The 2nd Law Unsustainable“ hinter den Zuschauern auf dem Oberrang auf und ab fuhr.

MUSE boten eine Show, wo es keine Zeit zum Luft holen geben sollte. Und so verzichten sie auch weitestgehend  auf ruhige Stück in der Setlist. So haben sie es geschafft, ganze 24 Tracks in die Setlist einzubauen, bevor die Fans in die bereits verdunkelte Berliner Nacht entlassen werden. Die nahezu ausverkaufte Waldbühne war genau die richtige Bühne für diese Show. Hier waren MUSE zu Hause. Und hier sollten sie baldigst wieder spielen.

 

Setlist:

Intro: The 2nd Law: Unsustainable (First verse dialogue only)

  1. Supremacy 
  2. Panic Station 
  3. Supermassive Black Hole 
  4. Bliss 
  5. Resistance 
  6. Interlude 
  7. Hysteria 
  8. Animals (with banker throwing money into the audience)
  9. Knights of Cydonia (Ennio Morricone’s Man with a Harmonica intro)
  10. Monty Jam 
  11. Feeling Good (Leslie Bricusse & Anthony Newley cover)
  12. Follow Me
  13. Liquid State 
  14. Madness 
  15. Time Is Running Out (House of the Rising Sun intro)
  16. Stockholm Syndrome (Rage Against the Machine’s Freedom outro)
  17. Unintended 
  18. Guiding Light 
  19. Undisclosed Desires
  20. The 2nd Law: Unsustainable (with Charles the robot in the crowd)
  21. Plug In Baby (Guns ‚N Roses‘ Sweet Child o‘ Mine outro)
  22. Survival 
  23. The 2nd Law: Isolated System 
  24. Uprising
  25. Starlight 
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